Überlastung und Stau - die A9 braucht die dritte Spur!

Aktualisiert: 18. Jan.

Studien und Prognosen der ASFINAG zeigen auf, dass ein dreispuriger Ausbau der A9 Pyhrnautobahn südlich von Graz dringend notwendig ist. Eine Verzögerung schadet der Verkehrssicherheit und der wirtschaftlichen Weiterentwicklung der gesamten Region.


Derzeit ist die Autobahn im Bereich Hengsberg zweispurig. Häufig stockt hier zu den Spitzenzeiten der Verkehr - der tägliche Stau und Stress für die vielen Pendlerinnen und Pendler. Foto © Michaela Lorber


Die A9 Pyhrnautobahn, die von Graz nach Slowenien führt, wird als wichtige Verkehrsachse für unsere Region und darüber hinaus geführt. Derzeit umfasst sie vom Knoten Graz West bis zur Staatsgrenze in Spielfeld je Richtungsfahrbahn nur zwei Fahrstreifen. Wir kennen dadurch die tägliche Problematik: Staus und Überlastung besonders zu den Spitzenzeiten, besonders zwischen Graz und Wildon.

Zahlreiche Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren entlang dieses Teilabschnittes der Pyhrnautobahn angesiedelt, neue Arbeitsplätze und Chancen sind dadurch für die Region entstanden. Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind die Menschen und die Betriebe von einer gut funktionierenden Straßeninfrastruktur in diesem Teilbereich der A9 abhängig. Stockender Verkehr verursachen jedoch unsichere „just-in-time“ Lieferungen, hohe Kosten für die Wirtschaft und Stress für die Pendlerinnen und Pendler. Die ASFINAG führte schon deshalb vor wenigen Jahren eine Machbarkeitsstudie zur Kapazitätserhöhung inklusive einer Prognose der Verkehrsentwicklung durch.


Der Verkehr wird laut Prognosen stark zunehmen


Die ASFINAG-Studie stellte schon 2017 fest, dass während der Spitzenstunden die Autobahn zwischen Konten Graz West und Wildon zu 100% überlastet ist und deshalb ein rascher Ausbau des betreffenden Streckenabschnittes erforderlich sein wird. Laut den Prognosen würde gar nur eine Pannenstreifenfreigabe ab 2035 nicht mehr ausreichen und die Autobahn in diesem Bereich eine hohe Überlastung aufweisen. Ohne den Ausbau des Teilabschnittes könnte man in Zukunft einen stabilen Verkehr nicht mehr gewährleisten. Schon damals wurde deshalb ein Projektzeitplan mit Bewilligungsverfahren, Ausschreibung und einer Bauumsetzung um das Jahr 2025/2026 vorgeschlagen, um den dreispurigen Ausbau bis Wildon rasch umsetzen zu können. Dass dieser Plan nun von Seiten des Verkehrsministeriums unter der Leitung der Bundesministerin Leonore Gewessler nicht weiter forciert werden sollte, ist ein herber Rückschlag für den Wirtschaftsstandort in der Region und die Verkehrssicherheit auf der Pyhrnautobahn.



© DI Gernot Guttmann, ASFINAG Service GmbH: Machbarkeitsstudie zur Kapazitätserhöhung


Der Ausbau ist unausweichlich


Die Südsteiermark rückt seit Jahren mit Slowenien immer näher zusammen, zahlreiche Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer pendeln auch täglich aus Slowenien und Kroation in unsere Region oder bis nach Graz. Deshalb ist die Verkehrssteigerungsrate bereits ab dem Grenzübergang Spielfeld sehr hoch. Dies wird auch in der Studie berücksichtigt, schon jetzt werden die Spitzenstunden jedes Jahr länger. Des Weiteren wächst auch seit Jahren das Cargo Center Graz, mit der Koralmbahn wird dieser Standort für die Verlagerung der Transporte auf die Schiene auch immer attraktiver. Damit ein reibungsloser Transport von den steirischen Betrieben zum Cargo Center Graz in Wunschuh gelingen kann, muss auch in Zukunft eine termingerechte Lieferung auch möglich sein. Durch die Überlastung der Autobahn in diesem Teilabschnitt wird man dies nicht gewährleisten können. Dadurch lässt man die Potentiale für die Wirtschaft in der südlichen Steiermark, aber auch die Chancen für die nötige Mobilitätswende im Bereich der langen Transportwege zu den großen Häfen Europas mit der Entscheidung der Klimaministerin verstreichen. Der dreispurige Ausbau wird zumindest im Teilbereich Graz West – Wildon unausweichlich sein.



Jede Bauverzögerung ist ein Rückschlag für die Region. Der Bau wird in Zukunft unausweichlich sein. Foto gemeinsam mit Abg.z.NR Ernst Gödl und Bürgermeister*in aus der Region.


Es braucht ein Gesamtkonzept für die Mobilitätswende


Die Studie der ASFINAG spricht eine klare Sprache: ohne den Ausbau wird der Verkehr zukünftig stocken, instabil und gefährlich sein. Ohne Kapazitätserweiterungen auf der Schiene und auf der Straße wird es nicht funktionieren. Es braucht deshalb eine Gesamtstrategie, die die Entwicklungen in Slowenien und Kroatien miteinbindet und auch die Potentiale der künftigen Koralmbahn berücksichtigt. Der dreispurige Ausbau für die gesamte Region für das Verkehrssystem der Zukunft wird eine wichtige Lösung für unsere Region darstellen.

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