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Flugabgabe Jetzt senken - Österreichs Anbindung stärken

vor 43 Minuten
3 Min. Lesezeit

Seit Monaten weise ich als ÖVP-Verkehrssprecher auf die Fehlentwicklung im Luftverkehr und den Wettbewerbsnachteil durch die Flugabgabe hin. In meiner Rede vom November 2025 habe ich eine ernsthafte Prüfung verlangt; im Mai 2026 habe ich die Abgabe als Nachteil für Regionalflughäfen und die regionale Wirtschaft bezeichnet. Die aktuelle Entwicklung ist ein deutliches Warnsignal. Wir müssen gegensteuern, bevor weitere Verbindungen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung verloren gehen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Zu hohe Kosten und Abgaben führen zur Abwanderung in unsere Nachbarländer, die keine Ticketsteuer verlangen. Die meisten EU-Staaten erheben keine Flugabgabe und sind daher im Vorteil.

Weniger Passagiere – weniger Steuern und Arbeitsplätze


In den ersten neun Monaten 2026 wurden in Österreich 1,04 Millionen Fluggäste weniger befördert als im Vorjahreszeitraum – ein Rückgang von 3,75 Prozent. Auch der Vergleich zwischen Wien und Bratislava zeigt den zunehmenden Wettbewerb: Laut einer Grafik der Agenda Austria gewann Wien 2025 rund 0,9 Millionen Passagiere hinzu; für 2026 wird ein Rückgang um 2,1 Millionen prognostiziert. Bratislava legte 2025 um 0,5 Millionen zu, für 2026 wird ein Plus von 2,2 Millionen erwartet.



Die Flugabgabe ist nicht der einzige Belastungsfaktor; auch der Krieg im Nahen Osten beeinträchtigt den Flugverkehr. Doch bei der Abgabe können wir selbst ansetzen. Weniger Passagiere bedeuten geringere Steuereinnahmen und gefährden Arbeitsplätze im Inland.


Österreichs Anbindung stärken

Eine starke internationale Anbindung ist für Unternehmen, Tourismus und Beschäftigte in allen Regionen entscheidend. Wir müssen das Drehkreuz Wien und seine interkontinentalen Verbindungen sichern und zugleich die Bundesländerflughäfen stärken. Sie sind wichtig für die regionale Wirtschaft, den Tourismus und Arbeitsplätze vor Ort. Dafür brauchen alle Flughäfen verlässliche Anschlüsse an das internationale Luftverkehrsnetz. München und Zürich zeigen, was eine leistungsfähige Anbindung leisten kann.


Die Flugabgabe im europäischen Wettbewerb


Seit 2020 beträgt die Flugabgabe grundsätzlich 12 Euro pro Abflug, bei Strecken unter 350 Kilometern 30 Euro. Vergleichbare Abgaben sind in der EU selten: Laut Österreichischem Luftfahrtverband erheben sie nur sieben Staaten. Mehrere Nachbar- und Wettbewerbsländer haben ihre Abgaben abgeschafft oder gesenkt. Schweden schaffte die Abgabe ab und konnte damit den Abwärtstrend stoppen.

Die Abgabe erschwert es Österreich, bestehende Verbindungen zu sichern und neue zu schaffen. Das trifft besonders die Bundesländerflughäfen und international tätige Betriebe, die auf direkte Verbindungen angewiesen sind.


Eine Steuersenkung rechnet sich


Eine Economica-Studie zeigt, warum eine Senkung oder gar Abschaffung auch für das Budget sinnvoll ist. Eine zusätzliche Million Passagiere bringt laut Berechnung 75,4 Millionen Euro Nettowertschöpfung, 954 Beschäftigungsverhältnisse und 34 Millionen Euro fiskalische Effekte für öffentliche Haushalte und Sozialversicherungsträger.

Eine ergänzende Tourismusrechnung für den Flughafen Wien schätzt bei einer zusätzlichen Million Passagiere knapp 50 Millionen Euro an direkt messbaren Steuern und Abgaben. Die Bezugsräume sind verschieden: Economica berechnet den Luftverkehr österreichweit, die Tourismusrechnung Wien. Zusammengenommen zeigen sie ein mögliches Potenzial von mehr als 80 Millionen Euro pro zusätzlicher Million Passagiere.


Der Luftfahrtverband rechnet für eine Abschaffung mit jährlich 2,5 Millionen zusätzlichen Passagieren, 188 Millionen Euro Wertschöpfung, rund 2.500 Arbeitsplätzen und 210 Millionen Euro zusätzlichen fiskalischen Effekten einschließlich Tourismus, wie die Verbandsprognose zeigt. Setzt die angenommene Nachfrage ein, kann die breitere Steuerbasis die entgangenen Einnahmen aus der Flugabgabe übertreffen. Deshalb fordern wir als Volkspartei eine Kursänderung.



Jetzt handeln


Im September habe ich gefordert, die vorgesehenen 30 Millionen Euro rasch für eine Senkung der Flugabgabe einzusetzen und weitere Entlastung bis hin zur Abschaffung zu prüfen. Seither ist der Rückhalt für diese Forderung gewachsen: Sieben Bundesländer – Wien, Niederösterreich, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten – verlangen die Abschaffung. Diese Unterstützung zeigt, dass es um Arbeitsplätze, Einnahmen und die internationale Erreichbarkeit unserer Regionen geht. Jetzt muss die Bundesregierung handeln.


Die Passagierentwicklung ist ein Weckruf. Es geht um viele Arbeitsplätze und Einnahmen. Wir brauchen einen starken Standort, der Unternehmen und Gäste anzieht. Die Luftfahrt hat Zukunft in Österreich, wenn wir die Rahmenbedingungen dafür sichern. Setzen wir die Entlastung rasch um, stärken wir das Drehkreuz Wien, die Bundesländerflughäfen und die Anbindung des ganzen Landes.

 
 
 

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